Brennabor Schnellgangrad Betriebsanleitung 1930er Jahre

ni Schnellsangrad Brennabor-Werke Aktiengesellschaft Brandenburg (Havel) Wozu Schnellgangrad ? Das einfache Fahrrad, daß heißt das Rad ohne Getriebe, hat von jeher den Mangel, daß es dem Fahrer nicht ge- stattet, sich besonderen Verhältnissen, wie zum Beispiel Bergen oder Gegenwindfahrten einerseits als auch anderer- seits glatten, „schnellen“ Straßen mit möglichst gleichhohem Nutzeffekt anzupassen. je nach der Größe der Übersetzung wird es nötig sein, einer der beiden Möglichkeiten Zugeständnisse zu machen. Diesen offensichtlichen Mangel hat Brennabor durch Schaf- fung der Brennabor-Schnellgangräder mit wechselbarer Getriebeübersetzung beseitigt. Ein kinderleichter Griff am Schalthebel stellt die jeweils passende Übersetzung des Rades her. Das neuartige -Brennabor-Schnellgangrad, das im direkten Gang die richtige, raumgreifende Übersetzung hat. Worauf kommt es an? 1. Der am meisten gefahrene Gang muß der direkte Gang sein, weil dieser unter Ausschaltung aller Zahnräder anı leichtesten läuft. 2. Die Schaltung muß so einfach zu bedienen sein, daß dabei nichts falsch gemacht werden kann. 3. Das Schnellgangrad darf nicht wesentlich mehr wiegen, als ein gewöhnliches Fahrrad. Die Übersetzungen Die Mehrzahl der Brennabor-Schnellgangräder wird mit den folgenden, fettgedruckten Übersetzungen geliefert: : Be | Kettenrad | Zahnkranz ergibt eine Übersetzung JUSHLIEEEE im kl. Gang |im gr. Gang 1 26” 45 16 56” Ton 2 20 45 17 53’ 0922 3 DO 45 17 Da 74” A 28’ 45 18 ba” 70” Die Übersetzungen lassen sich jederzeit ändern, wenn man den Zahnkranz für einen solchen mit anderer Zähnezahl auswechselt. Wie wird die Übersetzung für den direkten Gang errechnet? An jedem Radreifen ist die Durchmesserangabe des Lauf- rades angeprägt (26” oder 28”). Dieser Raddurchmesser wird mit der Kettenrad-Zähnezahl multipliziert. Die so er- haltene Zahl wird geteilt durch die Zähnezahl des Zahn- kranzes, dieses ergibt die Übersetzung nach Zoll. Beispiel: Raddurchmesser 28”, Kettenrad 45 Zähne, Zahn- kranz 18 Zähne: 28.45 — 1260 :18 = 70 Zoll. Die eleganten, schnittigen Brennabor-Schnellgangräder Nr. 41, 47, 141, 147 Das sind Räder von stärkster Machart und von so gutem Aussehen, daß jeder Radler seine helle Freude daran haben wird. Die schnittigen Rahmen sind aus präzis gezogenem, extrastarkem Stahlrohr gefertigt, mit Außenimuffen versehen, innen verstärkt und im Tauchbad gelötet. Die schwarzen Teile sind rostgeschützt, mehrmals emailliert, so daß sie für Schlag und Witterung unempfindlich sind. Rahmen und Schutzbleche mit feinen Linien abgesetzt. Alle blanken Teile sind edelverchromt nach bekannter Brennaborart (5-Schicht-Verchromung). Ausführung: Rahmen: bewährte Tauchbadlötung Rahmenhöhe: 50, 55 und 60 cm Lenker: Form C, auf Wunsch A oder B Pedale: Tretstrahler Kettenrad 45 Zähne, \/2x !/s”, mit angewalz- tem Rand Übersetzung: 70” im direkten Gang, 54” im Getriebegang Schutzbleche: mit verstärkten Profilstahlblechstreben Felgen: Nr. 56, schwarz mit silberfarbigem Mittel- streifen, auf Wunsch Nr. 62 oder Nr. 45 Kette: ax !/s” Speichen: 2 mm stark Bereifung: beste Qualität Cord 28x1,75” Draht Ballon: Cord 26x1,75/2” Draht Freilaufnabe: Komet Vorderradnabe: la Qualität Sattel: brauner Elastik-Zug- und Druckfedersattel Tasche: gute Qualität, mit Werkzeug Zubehör: Rahmenpumpe, Glocke, die Damenräder mit verstärktem Kettenschutz und elegantem Kleidernetz Schalthebelanordnung Die Schalthebelanordnung am Brennabor- Schnellgangrad Der Schalthebel ist, wie aus der Abbildung ersichtlich, am Lenker angeordnet. Es ist mithin nicht nötig, während des Schaltens die Hand vom Lenker wegzunehmen. Über den Schaltvorgang findet sich Näheres in der Betriebsanleitung. Betriebsanleitung 1. Das Brennabor-Schnellganggetriebe ist im wesentlichen ein Räderwerk von höchster Genauigkeit. Es ähnelt in seinem Aufbau einem Kraftwagengetriebe. Besonderer Pflege, mit Ausnahme gelegentlicher Schmiermittelzufuhr, bedarf es nicht 2. Das Schalten der Gänge muß bei Stillstand der Kurbeln erfolgen. Während des Schaltvorganges ist die Kurbel um ein geringes Stück rückwärts zu drehen. Hierdurch wird erreicht, daß die Schaltklaue einer Schaltlücke gegenüber- steht und durch Federkraft einspringt. 3. Der Handhebelgriff steht bei eingeschaltetem direktem Gang vom Lenker weg. Bei Benutzung des Bergganges zieht man den Schaltgriff soweit an den Lenker heran, bis die Sperrklinke hinter den festen Teil des Griffes einschnappt. 4. Will man den direkten Gang benutzen, löst man die Sperrklinke an dem Schaltgriff, läßt den Schalthebel wieder bis zum äußersten Punkt zurückgehen und die Umschaltung ist vollzogen. Hierbei verfährt man wie unter Punkt 2 beschrieben. Getriebeschaltung im Getriebeschaltung im direkten Gang Beregang Technische Angaben Zahnräder aus hochlegiertem Spezialstahl. Präzisionsver- zahnung auf modernsten Maschinen erzeugt. Durch Här- tung verschleißfrei. Getriebewelle aus hochwertigem Einsatzstahl. Keilprofile präzis bearbeitet, daher spielend leichtes Schalten. Sämtliche Lagerstellen mit Kugellagern ersten Fabrikates. Bequem einstellbar. Schaltung durch am Lenker angeordneten Schalthebel. Schalterleichterung durch sorgfältig abgestimmte Federn. Keine Kulissen! Reichlich bemessene Dichtungen an den Austrittsöffnungen der Welle und des Schalthebels. Ein- facher Ausbau des Getriebes. Nach Lösen der vier Schrau- ben auf dem Getriebehalter und der Verbindung mit den Hinterradstreben kann das Getriebe abgenommen werden. Getriebe Das Getriebe am Brennabor-Schnellgangrad ist in einem Gehäuse aufgehängt und sicher verschraubt. Wenn nach mehreren Jahren die Erneuerung des Fettes vorgenom- men werden soll oder ein Ersatzteil nötig wird, so kann man das Getriebe mühelos abnehmen. Aber nur Fach- mechaniker sollten sich mit diesen Arbeiten befassen. Der kluge Radler geht deshalb immer zum Fahrradgeschäft. Schmierung Das Brennabor-Schnellganggetriebe ist vom Werk aus mit einem Spezialfett versehen. Es ist somit betriebsfertig. Die Vervollständigung dieses Fettes ist erst nach etwa 3000 Kilometer nötig. An jeder Tankstelle kann der Radfahrer ungefähr zehn Gramm Getriebefett einpressen lassen. Wir empfehlen nur Markenfette, wie z. B. „Shell Hochdruckfett rot“ oder „Gargoyle-Mobil-Compound 4“ zu verwenden. Zum Nachfüllen entfernt man die Schlitz- schraube der Schaltgabellagerung und füllt durch dieses Loch ein. Es ist zweckmäßig während des Füllens nicht zu schalten. Nach dem Füllen die Schraube wieder gut festziehen. Von Zeit zu Zeit sollen auch die Reibstellen am Schalthebel und an dem kleinen Kugelgelenk am Getriebe einige Tropfen säurefreies Öl erhalten. Der Fahrradhändler ist der Fachmann, der Sie stets gut berät. Gehen Sie mit Ihrem Rade immer zum Fahrrad-Spezial-Geschäft. Cnäch wie vor...

Brennabor Schnellgangrad Betriebsanleitung 1930er Jahre


Von
1930 - 1939
Seiten
10
Dokumentenart
Anleitung
Land
Deutschland
Marke
Brennabor
Quelle
Heinz Fingerhut
Hinzugefügt am
16.04.2019
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