Bosch Schwung-Lichtmagnetzünder Informationsschrift 1958

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Inhaltsübersicht Stromerzeugungsanlagen für Zweirad-Motorfahrzeuge und stationäre Motoren BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder Aufbau Wirkungsweise Ausführungen Einbau Zündeinstellung Wartung Störungssuche Schaltpläne Farbige Lehrtafel seite >”, an 0 @ 24 27 29 30 31 Stromerzeugungsanlage für Zweirad-Motorfahrzeuge und stationäre Motoren Die Stromerzeugungsanlage der Zweirad-Motorfahrzeuge dient dazu, Zündstrom für die Zündkerze, Lampenstrom für Scheinwerfer, Schlußlicht und Standlicht, Betriebsstrom für das elektrische Horn zu erzeugen. Sie soll klein und einfach, aber doch betriebssicher sein, ohne daß an die Wartung große Anforderungen gestellt werden dürfen. Die wichtigsten Ausführungen aus der großen Zahl von Bauarten, die im Laufe der Zeit entwickelt worden sind, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: le Anlagen, bei denen Zünder und Lichtmaschine getrennt sind. Das sind entweder Batteriezündanlagen, die, vom Kraftwagen her bekannt und für schwere Motor- räder weiterhin verwendet, aus einer Gleichstrom-Lichtmaschine mit Reglerschalter, einer Batterie und einer Zündspule mit Unterbrecher bestehen, oder Anlagen, die einen Magnetzünder und eine getrennte Lichtmaschine haben. . Anlagen, bei denen alle Teile mit Ausnahme der Batterie in einem einzigen Gerät zusammengefaßt sind. Das sind entweder Lichtbatteriezünder und Lichtmagnet- zünder älterer Bauart, eigengelagertmitnur einem Antrieb, dafür aber oft mit einem Getriebe innerhalb der Maschine, oder Lichtbatteriezünder neuester Bauart ohne Zwischenglieder, Getriebe und Lager, deren umlaufender Teil, der Licht- maschinenanker, freitragend auf die Kurbelwelle des Motors aufgesetzt wird. . Anlagen mit Schwunglichtmagnetzündern, die dort verwendet werden, wo der Zündzeitpunkt in Abhängigkeit von der Drehzahl nicht verstellt zu werden braucht und wo eine mittlere, auf einen konstanten Wert festgelegte Lichtleistung ausreicht. Dies ist im allgemeinen bei leichten und mittelschweren Motorrädern, bei Motor- fahrrädern, Mopeds oder Motorrollern und bei stationären Motoren der Fall, die mit Einzylinder-Zweitakt- oder -Viertaktmotoren bis zu 400 cm? Zylinderinhalt aus- gerüstet sind. Bei stationären Motoren kann der von der Anlage gelieferte Lam- penstrom zum Betrieb einer bei Bedarf anzubringenden beliebigen Standleuchte vorgeschriebener Leistung dienen. BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder Der Schwunglichtmagnetzünder stellt ein geschlossenes Ganzes dar und ist anspruchs- los im Betrieb. Er vereinigt in sich IR Zündstrom-Erzeuger: Magnetzünder mit feststehendem Anker und feststehendem Unterbrecher; . Lampenstrom-Erzeuger: Wechselstrom-Generator mit feststehenden Wicklungen; . Ladestrom-Erzeuger: Zweiter gleichartiger Wechselstrom-Generator für die Bat- terieladung über einen Trockengleichrichter. Zu diesen drei Teilen gehört ein gemeinsames umlaufendes Magnetsystem. . Motor-Schwungrad. Die Vorteile des BOSCH-Schwunglichtmagnetzünders sind im Folgenden zusammen- gefaßt: Einfache Konstruktion Der umlaufende Teil, der Läufer, enthält das Magnetsystem und ist fliegend unmittel- bar auf die Kurbelwelle aufgesetzt; Zwischenglieder, Getriebe und Lager sind nicht vorhanden. Dieser Läufer ist zugleich Motor-Schwungrad und liefert einen beträchtlichen Teil des für den Motor erforderlichen Schwungmoments; die Schwungmasse an den Kurbelwangen kann daher klein gehalten werden. Der Schwunglichtmagnetzünder wird in Scheibenbauart ausgeführt, d. h. axial kurz, so daß er wenig Platz beansprucht und sich organisch in die äußere Form des Motors einfügt. Hohe Betriebssicherheit Zündteil und Lichtteil arbeiten ohne Batterie und sind deshalb unabhängig von deren Lade- und Wartungszustand. Der Lichtteil, die Wechselstrom-Lichtmaschine, ist selbstregelnd, braucht also keinen Spannungsregler mit empfindlichen Kontakten. Das vier- oder sechspolige Magnet- system liefert schon bei niederen Motordrehzahlen als notwendige Voraussetzung für eine gute Beleuchtung eine ausreichende Lampenspannung und einen Wechsel- strom hoher Frequenz. Bei hohen Motordrehzahlen trägt die erhöhte Frequenz des Wechselstroms zur Selbstregelung der Lampenspannung bei. Die auf dem festste- henden Teil untergebrachten Ankerwicklungen unterliegen keinen Schleuderkräften; Erregerwicklungen entfallen durch die Verwendung von Dauermagneten. Zündung, Beleuchtung und Batterieladung sind völlig unabhängig voneinander, so daß bei Ausfall eines Teiles die anderen für sich betriebsfähig bleiben. Da der Schwunglichtmagnetzünder keine Lager, keine umlaufenden Wicklungen, keinen Regler, keinen Kollektor, keine Schleifringe und keine Kohlebürsten hat, bleibt nur ein Teil, das der Abnützung unterworfen ist: der Unterbrecher. Auch der meistens im Scheinwerfer untergebrachte Ladegleichrichter bedarf keiner Wartung. Die An- lage ist also jederzeit startbereit und braucht bei hoher Betriebssicherheit wenig Pflege und Wartung. Einfache Batterieladung Zum Betrieb von Horn und Standlicht ist eine Batterie erforderlich, für die eine Lade- möglichkeit vorhanden sein muß. Hierzu dient eine einfache Gleichrichterplatte, die praktisch unbegrenzt haltbar ist und keiner Wartung bedarf. Da der im Schwung- lichtmagnetzünder erzeugte Wechselstrom mit seiner hohen Frequenz den Ansprü- chen vollkommen genügt, die an die Beleuchtungsanlage von leichten und mittel- schweren Motorrädern oder an eine Standleuchte eines stationären Motors gestellt werden, wird nur der für die Batterieladung benötigte Teil des Stromes gleichgerichtet und der Batterie zugeführt. Bosch Zu diesem Zweck haben die großen Typen der BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder einen besonderen Ladeanker, der vom Lichtteil getrennt ist, und der unabhängig von Tag- oder Nachtfahrt einen nur von der Drehzahl abhängigen Ladestrom liefert. Im Scheinwerfer kann der einfache Lichtschalter verwendet werden, der auch bei Gleichstrom-Anlagen oder bei Wechselstrom-Anlagen ohne Batterie üblich ist. Die neuen Ausführungen der großen BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder für Anlagen ohne Batterie und die zugehörigen BOSCH-Motorrad-Scheinwerfer sind so kon- struiert, daß sie durch nachträglichen Einbau von Ladeanker und Gleichrichter jeder- zeit nach Belieben ergänzt werden können. Die Batterie kann klein, also auch leicht sein (in der Regel 4,5 Ah, bei Einachsschlep- pern 8 Ah), weil sie nur auf den Strombedarf von Horn und Standlicht abgestellt ist. Aufbau Bei den Schwunglichtmagnetzündern ist der umlaufende Teil (Läufer) außen und der feststehende Teil innen angeordnet. Läufer Der unmittelbar auf die Kurbelwelle aufgesetzte Läufer ist als Polrad und Schwung- rad ausgebildet. Beim gegossenen Schwungrad sind je nach Größe des Geräts ent- weder vier oder sechs Dauermagnete und dieselbe Anzahl Polschuhe in abwechseln- der Folge auf der Innenseite des Schwungrads festgeschraubt oder mit eingegossen. Die Anordnung ist so, daß ein Polschuh immer zwischen die gleichnamigen Pole zweier Dauermagnete (hochwertige Alnimagnete) zu liegen kommt, so daß die Pol- schuhe ein System von sich ablösenden Nord- und Südpolen bilden. Das bei dieser Bauart aus unmagnetischem Werkstoff angefertigte Polrad, die Dauermagnete und die Polschuhe, ergeben zusammen eine zusätzliche Schwungmasse für den Motor. Bei aus Stahlblech gezogenen, vier- oder sechspoligen Schwungrädern bilden die Polschuhe ebenfalls ein System von sich ablösenden Nord- und Südpolen; hier sind jedoch die Polschuhe und die Dauermagnete radial angeordnet. Dieser Aufbau setzt voraus, daß das Schwungradmaterial magnetisch leitfähig ist, er ist daher nur bei Schwungrädern aus gezogenem Stahlblech anzutreffen. Selbstverständlich bildet ein Schwungrad dieser Bauart ebenfalls eine zusätzliche Schwungmasse für den Motor. Auf der Radnabe des Zünderschwungrads ist der Unterbrechernocken aufgeschliffen. Polschuhe und Unterbrechernocken haben eine genau festgelegte Lage zueinander. Bei Motoren, insbesondere bei stationären Motoren, die infolge ihres verdeckten Einbaus oder infolge schlechter Kühlung zusätzlich gelüftet werden müssen, erhält der Zünder ein Lüfterrad, das auf dem Polrad zentriert und mit drei oder vier Schrau- ben befestigt wird. Bosch Gegossene Magnetringe, die bei einigen Zündertypen als Läufer dienen, werden, da sie keine Nabe haben, mit Schrauben am Motorschwungrad zentrisch zur Kurbelwelle befestigt. Das zwei- oder mehrpolige Magnetsystem eines Magnetrings ist genau so aufgebaut, wie bei einem gegossenen Zünderschwungrad mit Nabe, also so, daß ein Polschuh immer zwischen die gleichnamigen Pole zweier Dauermagnete zu liegen kommt. Der Nocken für den Zündunterbrecher ist entweder an der Kurbelwelle an- geschliffen oder auf das Ende der Kurbelwelle als Nockenbuchse aufgesetzt und gegen Verdrehung gesichert. Als weitere Ausführung des Polrads kommen in letzter Zeit immer mehr Magnetringe aus gezogenem Stahlblech in Gebrauch. Die Polschuhe und Davermagnete dieser zwei- oder mehrpoligen Magnetsysteme sind wie bei den aus Stahlblech gezogenen Zünderschwungrädern radial angeordnet. Der Zündunter- brecher-Nocken muß, da keine Nabe vorhanden ist, an der Kurbelwelle angeschliffen oder auf das Ende der Kurbelwelle als Nockenbuchse aufgesetzt und gegen Ver- drehung gesichert sein. Bezüglich des Einbaus im Motor sind die Magnetringe aus gezogenem Stahlblech den gegossenen Magnetringen vorzuziehen. Im Abschnitt Einbau auf Seite 24 kann dar- über nachgelesen werden. Ankerplatte Die Ankerplatte wird in einem zur Kurbelwelle konzentrischen Einpaß des Motor- gehäuses befestigt. Sie trägt den Zündanker, den Unterbrecher mit Kondensator und den Schmierfilz für den Unterbrechernocken. Am Zündanker mit Primär- und Se- kundärwicklung ist der Anschluß für die Zündleitung angebracht. Die Ankerplatte trägt zusätzlich einen Lichtanker oder bei Geräten mit größerer Lichtleistung zwei Lichtanker, deren Wicklungen parallel geschaltet sind. Zum Aufladen einer Batterie ist auf der Ankerplatte der größeren Geräte noch ein Ladeanker mit Ladewicklung befestigt oder kann nachträglich angebracht werden. Wirkungsweise Magnetzünder Bei Drehung des Polrads entstehen im Zündanker je nach Größe des Geräts vier oder sechs Flußwechsel (zwei oder drei Perioden), von denen zur Erzeugung des Zündfunkens nur einer je Umdrehung ausgenützt wird. Nach Schließen des Unter- brechers beginnt in der Primärwicklung des Zündankers ein Strom zu fließen, der im Zündungsaugenblick bei seinem Höchstwert unterbrochen wird (Abriß-Stellung). Der Fluß im Zündanker ändert dabei schlagartig seine Richtung, und in der Sekundär- wicklung entsteht eine hohe Spannung, die zum Funkenüberschlag an der Kerze führt. Der zum Unterbrecher parallel geschaltete Kondensator unterdrückt die Funkenbil- dung an den Unterbrecherkontakten. Die Maschine erzeugt je Umdrehung einen Zündfunken. Da sie mit Kurbelwellen- drehzahl umläuft, entspricht dies den Forderungen des Zweitaktmotors. Beim Vier- taktmotor entsteht bei jedem zweiten Umlauf ein sogenannter gesteuerter “falscher 6 Bosch Funke“, der aber in den Ausstoßhub fällt und unwirksam ist. Schädliche “falsche Fun- ken” können nicht entstehen, weil die Schließungsdauer des Unterbrechers entspre- chend groß gewählt wird. Sekundärwicklung a Primärwicklung Fluß im Zündanker — Abrißmaß zur Zündkerze Polschuh Unterbrechernocken Kondensator Magnet Unterbrecherkontakte zur Zündkerze Abrißmaß Fluß im Zündanker Primärwicklung Sekundärwicklung — Kondensator Magnet — Polschuh Unterbrechernocken Die Unterbrecherkontakte werden in der Abriß-Stellung geöffnet: der Fluß im Zündanker ändert schlagartig seine Rich- tung. Bild 1 Abriß-Stellung des vierpoligen (oben) und des sechspoligen Schwungrads Das Abrißmaß kann aus Symmetriegründen auch bei a gemessen werden Will man die Zündung bei laufendem Motor abstellen, s0 verbindet man die aus dem Gerät herausgeführte schwarze Leitung über den Zündschalter mit Masse. Manche Geräte haben statt der herausgeführten Leitung eine Klemme, an der diese Leitung angeschlossen werden muß. SI Bosch Lichtstrom-Erzeugung Der vom Polrad erzeugte Magnetfluß durchsetzt auch den Lichtanker. Polrad und Lichtanker bilden zusammen einen Wechselstrom-Generator, d. h. bei geschlossenem Stromkreis (eingeschalteten Glühlampen) fließt in den Lichtwicklungen ein Wechsel- strom. Die Lampenspannung wird durch die Rückwirkung des Wechselstroms auf den Magneifluß des Polrads und durch den induktiven Spannungsabfall in der Lichtwick- lung selbsttätig geregelt. Vierpoliges Schwungrad Magnet zum Scheinwerfer Polschuh Fluß im Lichtanker Bild 2 Bei rotierendem Schwungrad ändert der Fluß im Lichtanker Polschuh Größe und Richtung und induziert dadurch eine Wechselspannung in der Lichtwicklung zum Scheinwerfer Fluß im Lichtanke Sechspoliges Schwungrad Durch diese selbsttätige Regelung wird einerseits das Durchbrennen der Glühlampen bei hoher Motordrehzahl verhindert, andererseits aber auch schon bei geringer Motordrehzahl eine so hohe Spannung erzielt, daß ein gutes, weißes Licht entsteht. Die selbsttätige Regelung ist jedoch nur wirksam, wenn die vorgeschriebene Be- lastung eingehalten wird, d. h. wenn Glühlampen mit vorgeschriebener Spannung und Leistung verwendet werden. Die größeren Typen der BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder haben zwei Lichtanker, deren Wicklungen entweder parallel geschaltet sind oder mit einem Gleichrichter zu einer Vollweg-Gleichrichterschaltung zusammengeschlossen werden Im ersten Fall werden die eingeschalteten Glühlampen mit Wechselstrom versorgt. Im zweiten Fall wird der gesamte den beiden Lichtwicklungen entnommene Wechsel- 8 Bosch strom gleichgerichtet und den Verbrauchern als Gleichstrom zugeleitet (Einachs- schlepper, stationäre Motoren). Auch hier wird die Lampenspannung auf dieselbe Weise selbsttätig reguliert, wie bei den Zündern mit nur einem Lichtanker. Ladestrom-Erzeugung Der Ladeanker bildet zusammen mit dem Polrad einen zweiten Wechselstrom-Ge- nerator, der ausschließlich für die Batterieladung bestimmt und vom oben beschrie- benen Lichtteil unabhängig ist. Der Ladestrom wird durch einen kleinen, meistens im Scheinwerfer eingebauten Trockengleichrichter gleichgerichtet und der Batterie zu- geführt. Magnet N Polschuh über Gleichrichter zur Batterie Bild 3 Genau wie in der Lichtwicklung, so entsteht bei rotierendem Schwungrad auch in der Ladewicklung eine Wechselspannung Lichtanker Ausführungen von BOSCH-Schwunglichtmagnetzündern Die vielerlei Ausführungen der BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder sind jeweils den betreffenden Motortypen angepaßt. Der Zylinderinhalt des Motors verlangt eine entsprechende Zündleistung des Ge- räts, und die Größe des zusätzlichen Schwungmoments für den Motor bestimmt die Abmessungen des Schwungrads und sein Herstellungsmaterial (Aluminium, Zink oder Stahl). Der Umfang der Beleuchtungsanlage eines Motorfahrzeugs, z.B. eines Einachs- schleppers oder eines stationären Motors, ist maßgebend für die Lichtleistung des Geräts. Ist eine Batterie vorhanden, was schon bei mittelschweren Motorrädern und auch bei Motorrollern der Fall sein kann, so muß das Gerät einen zusätzlichen Lade- anker haben. Schließlich sind noch die Einbauverhältnisse am Motor zu berücksich- tigen, weil von ihnen der Durchmesser von Ankerplatte und Schwungrad und die Längen der Zünd- und Lichtleitungen abhängen. Die im folgenden angeführten Zündertypen LW/UP.., LWUPA.. und LM/UR.. sind im allgemeinen für Einzylinder-Zweitaktmotoren von 50 cm? bsi 75 cm? Zylinderinhalt bestimmt. Ihre Eignung als Zündstromquelle für Motoren bis zu 200 cm? kann jedoch im einzelnen Fall erprobt werden. Typ LM/UP 1/115..., fürRechts- und Linkslauf, dient als Zünd- und Lichtstromquelle (Wechselstrom) in der Hauptsache für Mopeds mit Einzylinder-Zweitaktmotoren bis etwa 50 cm? und für stationäre Motoren gleicher Größe. Im Schwungrad aus Alu- minium- oder Zinkspritzguß ist ein vierpoliges Magnetsystem eingegossen. Der Durchmesser des Schwungrads beträgt 115 mm, sein Schwungmoment liegt zwischen 75 und 90 kgcm®. Die Ankerplatte hat einen Durchmesser von 85,5 mm. Die Zündlei- tung ist am Zündanker angelötet und die Lötstelle mit einer Isoliermanschette abge- deckt; die Lichtleitung ist ebenfalls angelötet, desgleichen bei einzelnen Geräteaus- führungen auch eine Leitung (0,5 mm?), die zum Zündschalter führt. Die Höchstdreh- zahl des Geräts ist in der Regel in elektrischer Hinsicht 6000 bis 7000 U/min., in mechanischer Hinsicht 9000 U/min. Die Höchstdrehzahlen von Schwungrädern aus Zinkspritzguß können auf Anfrage angegeben werden. Nocken Einstell- schlitz Bef.-Schraube Zündanker Kondensator — SEE Schwungrad Lichtleitung Unterbrecher- Lichtanker Kontakte Bild 4 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/UP 1/115/17 Geräteausführungen Lichtleistung LM/UP 1/115/17 , . Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt etwa 17 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt bei 4500 U/min 10 RBosch TypLM/UPA 1/115/.. entspricht im allgemeinen dem bereits besprochenen Typ LM/UP 1/115... Er hat jedoch als Unterschied zu diesem ein aus Stahlblech gezogenes Schwungrad mit vier oder mit nur drei radial angeordneten Dauermagneten und Pol- schuhen; (im letzteren Fall ist ein Dauermagnet durch ein Weicheisenstück ersetzt). Der magnetische Kraftfluß verläuft hier im Schwungradmantel, was für den Einbau des Zünders im Motorgehäuse Vorteile mit sich bringt: die zur Verkleidung des Schwungrads dienenden Motorteile (Abdeckbleche oder Schutzbleche) brauchen nicht aus unmagnetischem Werkstoff angefertigt sein, und der Mindestabstand des Zünd- schwungrads von diesen Motorteilen ist ausschließlich mechanisch bedingt. Das Schwungmoment des Stahlschwungrads beträgt 66 kgcm? oder 76 kgcm?. Die Zündleitung ist am Zündanker angelötet und die Lötstelle mit einer Isoliermanschette abgedeckt, um ein Überschlagen der Zündspannung zur Motormasse zu verhindern. Der Zündleitungsstecker wird in der Regel lose mitgeliefert. Alle anderen technischen Daten können unter dem Typ LW/UP 1/115/.. nachgelesen werden. Schwungrad Einstellschlitz Bef.-Schraube Zündanker Kondensator N iR N 4 E RTI N a Lichtleitung Zündleitung Kerzenstecker \ Nocken Magnet Polschuh Unterbrecherkontakte Lichtankep Bild 5 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LWUPA 17/115 Geräteausführungen Lichtleistung LM/UPA 1/115/17 . . Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt etwa 17 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt bei 4000 U/min ELZJE 17/.. (mit 3 Magneten) Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt etwa 17 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt bei 4500 U/min ELZJ 17/.. (mit 4 Magneten) Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt etwa 17 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt bei 4000 U/min Bei Verwendung von Lampen mit einer Prüfspannung von 6,75 Volt ergeben sich besonders günstige Lichtleistungs- und Span- nungsverhältnisse während des Betriebs. Typ LM/UR 1/115/.. für Rechts- und Linkslauf, dient als Zünd- und Lichtstromquelle (Wechselstrom) für Mopeds mit Einzylinder-Zweitaktmotoren und für stationäre Mo- toren bis zu 75 cm? Zylinderinhalt. Im Schwungrad oder bei anderen Ausführungen im Magnetring aus Aluminiumspritzguß ist ein vierpoliges Magnetsystem eingegos- sen. Der Durchmesser des Schwungrads oder des Magnetrings beträgt 115 mm, sein Schwungmoment je nach Ausführung 70—80 kgcm?. Die Ankerplatte ist etwas größer als bei den vorhergehenden Typen und hat einen Durchmesser von 90 mm. Die Zünd- leitung ist in üblicher Weise am Zündanker angelötet; der Zündleitungsstecker wird in der Regel lose mitgeliefert. Die Lichtleitung, desgleichen — bei einzelnen Geräte- ausführungen — auch eine Leitung, die zum Zündschalter führt, sind ebenfalls am Gerät angeschlossen. Die Höchstdrehzahl des Geräts in elektrischer Hinsicht ist je | nach Ausführung 6000 bis 7000 U/min, in mechanischer Hinsicht (beim Schwungrad) 9000 U/min. Zündanker Magnetring Kontakte \ FM Befestigungsschraube Einstellschlitz Lichtanker Kondensator Bild 6 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/UR 1/115 mit Magnetring und ohne Nocken; dieser muß (vom Motorenhersteller) auf die Nabe des Motorschwung- rads, an dem der Magnetring konzentrisch angeschraubt wird, aufgeschliffen werden Geräteausführungen Lichtleistung LM/UR 1/115/6/ . Scheinwerferlampe 6 Volt 5 Watt etwa 6 Watt Schlußlampe 6 Volt 0,6 Watt bei 4000 U/min LM/UR 1/115/17/ . . Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt etwa 17 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt bei 4000 U/min Bei Verwendung von Lampen mit einer Prüfspannung von 6,75 Volt ergeben sich besonders günstige Lichtleistungs- und Span nungsverhältnisse während des Betriebs Bosch Spezialausführungen des letztgenannten Gerätetyps LWUR 1/115.. für Moped- motoren haben einen getrennten Bremslichtanker. Der Bremslichtanker ist über dem Lichtanker angebracht, dessen Lichtleistung 17 Watt beträgt. Dagegen hat der BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder LM/URP1/115/27 LI für Mopedmotoren eine Licht- leistung von 27 Watt; sein Lichtanker ist dementsprechend vergrößert. Wegen der größeren Erwärmung infolge der erhöhten Lichtleistung kann nur ein Zündanker ohne Sekundärwicklung (also nur mit Generatorwicklung) eingebaut werden, wodurch zugleich Platz für den Bremslichtanker gewonnen wird. Bei diesem Zünder, dessen sonstiger Aufbau dem Grundtyp LW/UR 1/115.. entspricht, ist also der Bremslicht- | anker über dem Zündanker angebracht, dessen Generatorwicklung (blaue Leitung) mit der Primärwicklung einer am Fahrzeug befestigten Zündspule (Typ TJ 6/6) elek- trisch verbunden wird (siehe Schaltbild Seite 33). Die grüne Bremslichtleitung führt über einen Bremslichtschalter zur Bremsleuchte. Schwungrad Kondensator Bremslichtanker E Einstellschlitz Bef.-Schraube LAD Unterbrecher- L Kontakte Zündan mit era tofwickl Bild 7 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/URP 1/115/27L1 mit Bremslichtanker, Lichtanker, Zündanke mit Generatorwicklung und getrennter Zündspule TJ 6/6 (siehe Schaltbild Seite 33). Geräteausführungen Lichtleistung LM/URP 17/115... Scheinwerferlampe 6 Volt 25 Watt x Schlußlampe 6 Volt 2 oder 4 Watt |, 27 bis 29 Watt Bremslampe 6 Volt 3 Watt und mehr | bei 4000 U/min * je nach Geräteausführung Typ LM/US 1/138/16.. dient als Zünd- und Lichtstromquelle für Einachsschlepper mit Einzylinder-Zweitaktmotoren bis zu 400cm® oder für stationäre Motoren gleicher Größe. Im Magnetring aus Zinkspritzguß ist ein vierpoliges Magnetsystem eingegossen. Der Zündunterbrechernocken muß vom Motorhersteller entweder auf der Kurbel- welle angeschliffen oder am Motorschwungrad, an dem der Magnetring konzentrisch befestigt wird, angeschraubt werden. Im Abschnitt „Einbau“ auf Seite 24 ist besonders darauf hingewiesen, worauf beim Befestigen eines Magnetrings am Motorschwung- rad geachtet werden muß. Der Magnetringdurchmesser beträgt 138 mm, sein Schwungmoment 270 kg/cm?. Die Ankerplatte hat einen Durchmesser von 110 mm. Die Zündleitung ist je nach Geräteausführung entweder am Zündanker angelötet oder sie muß mit Hilfe eines Stromabnehmers (besonders zu bestellen) angeschlossen werden. Zum Anschluß der Lichtleitungen und der Leitung zum Zündschalter dienen Federanschlußklemmen. Bei anderen Geräteausführungen sind diese Leitungen fest angeschlossen. Die Höchstdrehzahl des Magnetrings in elektrischer Hinsicht ist 4000 U/min. Geräteausführungen Lichtleistung LM/US 1/138/16/ . . 1..bei Wechselstrom: 2 Scheinwerferlampen zu je 6 Volt 5 Watt etwa 16 Watt 2 Schlußlampen zu je 6 Volt 3 Watt bei 3000 U/min 2. bei Gleichstrom (Gleichrichter besonders be- stellen): 2 Scheinwerferlampen zu je 6 Volt 3 Watt etwa 12 Watt 2 Schlußlampen zu je 6 Volt 3 Watt bei 3000 U/min Bei Verwendung von Lampen mit einer Prüfspannung von 6,75 Volt ergeben sich besonders günstige Lichtleistungs- und Span- nungsverhältnisse während des Betriebs angeloieie Zündleitung / 7 © | w O \ N Kondensator K U / = Magnetring / / Bef.-Schraube / / Polschuh Magnet \ Kontakte Ankerplatte Vorderseite Zündanker | , Gleitstück N i _— Schmierfilz | \ LL Ankerplatte Rückseite Lane Kondensato: Lichtanker Bild 8 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/US 1/138/16/3 Der Schwunglichtmagnetzünder LM/US 138/16/3 ist ein Gerät mit der sogenannten „umgekehrten Bauweise”. Bei dieser Bauart wird die Ankerplatte nicht wie bei der Standard-Bauart am Motorgehäuse befestigt, sondern am Abschlußdeckel des Motor- gehäuses. Der am Motorschwungrad angeschraubte Magnetring liegt somit hinter der Ankerplatte, was den Vorteil hat, daß diese und die Unterbrecherkontakte leicht zugänglich sind. Bosch Typ ULZu 1/143/.., der ebenfalls in „umgekehrter Bauweise” ausgeführt ist, dient als Zünd- und Lichtstromquelle für Fahrzeuge mit Einzylinder-Zweitaktmotoren bis zu 450 cm? oder für stationäre Motoren gleicher Größe. Das Gerät hat jedoch im Gegensatz zum zuletzt besprochenen Typ ein aus Stahlblech gezogenes Schwungrad mit vier radial angeordneten Dauermagneten und Polschuhen. Die Vorteile, die ein solches Schwungrad, bei dem der Kraftfluß im Schwungradmantel verläuft, für den Einbau des Zünders im Motorgehäuse bietet, sind schon beim Typ LWUPA 1/115/.. besprochen worden. Das Zünderschwungrad wird in das Lüfterrad des Motors ein- gesetzt und die Ankerplatte wird am Deckel des Lüftergehäuses befestigt. Geräteausführungen Lichtleistung ULZu 1/143/18 bei Gleich- und Wechselstrom*): 1 Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt 1 Schluß] a ae | eh NES 2 a | bei 3000 U/min oder 2 Schlußlampen zu je 6 Volt 1,5 Watt ULZu 1/143/36 bei Gleich- und Wechselstrom*): 2 Scheinwerferlampen zu je 6 Volt 15 Watt | etwa 36 Watt 2 Schlußlampen zu je 6 Volt 3 Watt | bei 3000 U/min *) Gleichrichter besonders bestellen Bei Verwendung von Lampen mit einer Prüfspannung von 6,75 Volt ergeben sich besonders günstige Lichtleistungs- und Span- nungsverhältnisse während des Betriebs Zündanker Schwungrad 7 Kondensator Ankerplatte Rückseite Polschuh Lichtanker Zündkerzenstecker Zündanker Gleitstück Kondensator Einstellbolzen Schmierfilz Bef.-Schraube Kontakte — Lichtanker Ankerplatte Vorderseite Bild 9 BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder ULZu1/143/36, ein Gerät mit „umgekehrter Bauweise“ Typ LM/UT 1/142.., für Rechts- und Linkslauf, dient als Zünd- und Lichtstromquelle für Motorfahrräder und Motorräder mit Einzylinder-Zweitaktmotoren von 100 bis 200 cm? und für stationäre Motoren gleicher Größe. Zur Ladung einer Batterie von 4,5 bis 8 Ah kann zusätzlich noch eine Ladestromquelle eingebaut werden. Das Schwungrad, dessen Durchmesser 142 mm beträgt, enthält ein sechspoliges Magnet- Schwungrad j Nocken | Zündanker Kondensator Ladeanker / x N ° x SQ - Lichtanker - - 2 \ N Einstellbolzen 5] \ IN N " Befestigungsschraube 59 Kontakte Lichtanker Bild 10 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/UT 1/142/30 system. Dieses wird je nach Größe des erforderlichen Schwungmoments (160 bis 290 kgcm?) entweder in Aluminium- oder Zinkspritzguß eingegossen oder aber in das Schwungrad eingebaut, wenn dieses aus Preßaluminium oder Messing angefertigt ist. Die Ankerplatte hat einen Durchmesser von 115,5 mm. Die Zündleitung ist ent- weder am Zündanker angelötet oder sie muß mit Hilfe eines besonderen Strom- abnehmers angeschlossen werden. Lichtleitung, Ladeleitung und die Leitung zum Zündschalter sind im allgemeinen aus dem Gerät herausgeführt. Die elektrisch bedingte Höchstdrehzahl ist 5000 U/min, die mechanisch bedingte 7500 U/min. 18 Bosch Geräteausführungen Licht- und Ladeleistung LWUT 1/142/17 . . ohne Ladung LM/UT 1/142/20 mit Ladung Scheinwerferlampe 6 Volt 15 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt RE N bei 4000 U/min Batterie 6 Volt 4,5 bis 8 Ah (Trockengleichrichter im Scheinwerfer) LM/UT 1/142/27 ohne Ladung LM/UT 1/142/30 . . mit Ladung Scheinwerferlampe 6 Volt 25 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt Se 2 En bei 4000 U/min Batterie 6 Volt 4,5 bis 8 Ah (Trockengleichrichter im Scheinwerfer) Bei Verwendung von Lampen mit einer Prüfspannung von 6,75 Volt ergeben sich besonders günstige Lichtleistungs- und Span- nungsverhältnisse während des Betriebs. Typ LM/UTA 1/144/30.., eine neuere Ausführung des zuletzt besprochenen Geräte- typs, hat ein aus Stahlblech gezogenes Schwungrad mit vier radial angeordneten Dauermagneten und Polschuhen. Der magnetische Kraftfluß verläuft im Schwungrad- mantel, was somit für den Einbau des Zünders im Motorgehäuse dieselben Vorteile mit sich bringt, wie beim Typ LW/UPA 1/115... : die zur Verkleidung des Schwungrads dienenden Motorteile (Abdeckbleche oder Schutzbleche) brauchen nicht aus unmagne- tischem Werkstoff angefertigt sein, und der Mindestabstand des Zünderschwungrads 19 Bosch Kontakte Lichtanker von diesen Motorteilen ist ausschließlich mechanisch bedingt. Im Gegensatz zum kleineren Typ LW/UPA 1/115/.. eignet sich jedoch der Zünder LWUTA 1/144/30... als Zünd- und Lichtstromquelle für stationäre Motoren und Fahrzeugmotoren bis zu 200 cm? Zylinderinhalt; der Durchmesser seines Schwungrads beträgt 144 mm, das Schwungmoment 190 kg/cm?. Die Ankerplatte mit einem Durchmesser von 115,5 mm trägt den Zündanker mit angelöteter Zündleitung und einen Lichtanker. Die Licht- leitung und die Leitung zum Zündschalter sind herausgeführt. Die elektrisch bedingte Höchstdrehzahl ist 6000 U/min, die mechanisch bedingte 9000 U/min. Magnet Polschuh Bild 11 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LW/UTA 1/144/30 Rlmit aus Stahlblech gezogenem Schwungrad Geräteausführungen Lichtleistung LM/UTA 1/144/30... Scheinwerferlampe 6 Volt 25 Watt Nummernbeleuchtung 6 Volt 3 Watt Schlußlampe 6 Volt 1,2 Watt ULZ 6/25/30/ Scheinwerferlampe 6 Volt 25 Watt Nummernbeleuchtung 6 Volt 3 Watt Schlußlampe 6 Volt 1,2 Watt Bei Verwendung von Lampen mit einer Prüfspannung von 6,75 Volt ergeben sich besonders günstige Lichtleistungs- und Span- nungsverhältnisse während des Betriebs. | etwa 30 Watt | bei 4000 U/min | etwa 30 Watt | bei 4000 U/min 20 Bosch Sir Typ LM/UT 1/154.. hat gegenüber dem letztgenannten Typ eine größere Zünd- und Lichtleistung. Eine Ladestromquelle ist ebenfalls vorhanden. Dieser Schwunglicht- magnetzünder wird dementsprechend bei Motorrädern mit Motoren bis zu 350cm? verwendet. Ankerplattendurchmesser 115,5 mm Höchstdrehzahlen: Schwungraddurchmesser 154 mm elektrisch bedingt 5000 U/min Schwungmoment 270 bis 410 kgcm? mechanisch bedingt 7500 U/min Schwungrad Befestigungs- Einstell- schraube bolzen Schmierfilz Kontakte Lichtanker Zündanker Konden- Lichtanker Nabe mit Magnet- Magnet Gewinde- Ladeanker sator Abzug- polschuh löcher zur gewinde Befestigung eines Lüfters Bild 12 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LW/UT 1/154/45 Geräteausführungen Licht- und Ladeleistung LM/UT 1/154/27 ohne Ladung LM/UT 1/154/30 mit Ladung Scheinwerferlampe 6 Volt 25 Watt Schlußlampe 6 Volt 2 Watt etwa 27 Wait | bei 4000 U/min Batterie 6 Volt 8 Ah etwa 3 Watt) (Trockengleichrichter im Scheinwerfer) LMW/UT 1/154/45 . . Scheinwerferlampe 6 Volt 35 Watt IGesemnestune bis45Watt Schlußlampe 6 Volt 3 Watt bei 4000 U/min Batterie 6 Volt 8 Ah | (Trockengleichrichter im Scheinwerfer) 21 Typ LM/UTG 1/154/.. ist für solche Zweirad-Motorfahrzeuge entwickelt worden, bei denen sämtliche Verbraucher mit Gleichstrom gespeist werden sollen, bei denen jedoch als Zündstromquelle ein Schwungmagnetzünder verwendet werden kann. Diese Wechselstromgleichrichteranlage kommt somit in Betracht für Motorräder und Motorroller, deren Beleuchtungsanlagen eine mittlere und nahezu konstante Licht- leistung (30 oder 45 Watt) aufweisen, und die mit Einzylindermotoren bis zu 250 cm? ausgerüstet sind. Die Lampen der Beleuchtungsanlage und das BOSCH-Horn liegen wie bei der Gleich- stromanlage an der konstanten, von der Belastung unabhängigen Batteriespannung; im Gegensatz zur reinen Geichstromanlage fehlt jedoch bei dieser Anlage die Gleich- stromlichtmaschine mit zugehörigem Reglerschalter. Die Wechselstromgleichrichter- anlage entspricht somit in der Wirkung einer Gleichstromanlage. Die Hauptteile der Wechselstromgleichrichteranlage sind ein Schwunglichtmagnet- zünder, ein Gleichrichter und eine Drosselspule. Letztere kann gemeinsam mit dem Lichtschalter und der Sicherung im Scheinwerfergehäuse untergebracht werden. Schwungrad Ankerplatte Bild 13 Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LWUTG 1/154/45 mit Gleichrichter und Drossel Der Schwunglichtmagnetzünder LWUTG 1/154/45 . . (45 Watt) und LWUTG 1/142/30 (30 Watt) unterscheidet sich in Aufbau und Wirkungsweise grundsätzlich nicht von den bereits beschriebenen Typen. Der vom Lichtteil vollkommen unabhängige Zünd- teil wurde unverändert übernommen; ein besonderer Ladeanker ist nicht vorhanden. Die Wicklungen der beiden Lichtanker sind mit dem Gleichrichter zu einer Vollweg- Gleichrichterschaltung zusammengeschlossen, so daß der gesamte den beiden Licht- 22 Bosch wicklungen entnommene Wechselstrom gleichgerichtet und als Gleichstrom den Ver- brauchern zugeleitet werden kann. Die Ankerrückwirkung der permanent-magneti- schen Maschine und der induktive Spannungsabfall in den beiden Lichtwicklungen sorgen in derselben Weise für eine Regulierung des gleichgerichteten Stromes, wie sonst beim Lampenstrom einer Wechselstromanlage. Die Batterie dient dabei, wie bei der reinen Gleichstromanlage, als Puffer. Mit dem Lichtschalter der Anlage kann auf drei Stellungen geschaltet werden: Tagfahrt, Stillstand und Nachitfahrt (siehe Schalt- plan Seite 36). Bei Schalterstellung „Nachtfahrt“ arbeitet die Anlage in Vollweg-Gleichrichterschal- tung. Läuft der Motor mit niederen Drehzahlen, so wird der Lampenstrom aus der Batterie entnommen. Bei mittleren und hohen Drehzahlen ist der Gleichstrom der An- lage größer als der benötigte Lampenstrom, so daß die Batterie ausreichend geladen wird. Bei Schalterstellung „Tagfahrt“ sind die Wicklungen der beiden Lichtanker mit nur einem Gleichrichterelement und mit der Drossel zu einer Einweggleichrichterschaltung zusammengeschlossen. Die Drossel dient dazu, bei Tagfahrt den Ladestrom nicht zu groß werden zu lassen. Bei Schalterstellung „Stillstand“ werden die Standlampen von der Batterie aus ver- sorgt. Die Sicherung im Lampenschalter soll den Gleichrichter vor Zerstörung schützen, wenn die Batterie versehentlich falsch angeschlossen werden sollte (Pluspol statt Minuspol an Masse). Fällt die Batterie aus, so kann die Anlage bei Tagfahrt auch ohne Batterie betrieben werden. Bei Nachtfahrt empfiehlt es sich, in diesem Fall nur mit niederen oder mittleren Motordrehzahlen zu fahren, damit die Lampen nicht durch- brennen. Zusätzliche Batterieladung bei Wechselstromanlagen Bei Wechselstromanlagen muß die Lampenleistung der Beleuchtungsanlage an die Wechselstromleistung der Lichtanker angepaßt sein. Zusätzliche Verbraucher am Fahrzeug (z. B. Blinkleuchten, Standleuchten, Beiwagenbeleuchtung, BOSCH-Horn) müssen daher an einer Batterie angeschlossen werden, Diese ist bei Anlagen, die Schwunglichtmagnetzünder mit Ladeanker haben, bereits vorhanden. Anlagen mit kleinen Schwunglichtmagnetzündern ohne Ladeanker haben keine Batterie; diese muß daher zusätzlich eingebaut werden. In jedem Fall muß beim Einbau neu hinzu- kommender Verbraucher im Fahrzeug für zusätzliche Batterieladung gesorgt werden. Dazu dient das Zusatzladegerät von BOSCH, das in Verbindung mit allen Schwung- lichtmagnetzündern mit und ohne Ladeanker von 6 bis 45 Watt verwendet werden kann. Das Zusatzladegerät kann an jeder beliebigen Stelle des Fahrzeuges angebaut wer- den. Es ist nur darauf zu achten, daß eine zusätzliche Aufheizung durch den Motor vermieden wird. Die zusäizliche Ladung der Batterie geschieht nur bei Tagfahrt, in- dem die Wechselstromleistung der Lichtanker dazu ausgenutzt wird. Bei Nachtfahrt erhält die Beleuchtungsanlage den Strom aus den Lichtwicklungen. Die zusätzlich eingebauten Verbraucher am Fahrzeug werden- von der Batterie gespeist (siehe Schaltplan Seite 37). 23 Bosch Einbau Befestigen des Zünders am Motor Die Ankerplatte des Schwunglichtmagnetzünders wird in einem Einpaß des Motor- gehäuses, zu dem die Kurbelwelle rundläuft, zentriert und mit 3 Schrauben in Längs- schlitzen befestigt. Der Teil des Motorgehäuses, in den die Ankerplatte eingelassen wird, muß aus unmagnetischem Werkstoff angefertigt sein. Ebenso muß bei der Befestigung des Schwungrades auf dem kegeligen Kurbelwellenende auf genauen Rundlauf geachtet werden. Den ersten Einbau des Schwunglichtmagnetzünders nimmt der Motorhersteller vor. Ihm stehen besondere Einbauvorschriften mit Einbau-Maßen zur Verfügung. Wird jedoch aus irgendeinem Grund (Instandsetzung oder Überholung des Zünders) die Ankerplatte vom Motorgehäuse abgenommen, so muß man beim Wiederaufsetzen darauf achten, daß das Nockengleitstück und der Nockenschmierfilz nicht beschädigt werden. Um jede Beschädigung des Nockengleitstücks zu verhüten, muß man beim Überschieben der Ankerplatte über die Kurbelwelle den Unterbrecherhebel vom Am- boßkontakt abheben. Die Befestigungsschrauben der Ankerplatte werden in die Mitte der Langlöcher eingestellt und zunächst nur leicht angezogen. Fest angezogen werden die Befestigungsschrauben erst dann, wenn die Zündung endgültig einge- stellt ist. Das Schwungrad wird mit seiner Nabe auf den Kegelzapfen der Motorwelle auf- gesteckt (auf Nockengleitstück und Schmierfilz achten!) und durch eine Mutter fest- gezogen. Nuten und Keil bestimmen die Lage des Schwungrads zur Motorwelle. Die Schutzkapsel und der Teil des Motors, an dem die Ankerplatte befestigt wird, müssen beim Einbau eines gegossenen Zünderschwungrads aus unmagnetischem Werkstoff sein, damit magnetische Streuflüsse vermieden werden. Dagegen dürfen die zur Verkleidung von Zünderschwungrädern aus gezogenem Stahlblech und mit radial angeordneten Dauermagneten dienenden Motorteile (Ab- deckbleche oder Schutzbleche) aus magnetischem Werkstoff angefertigt sein, weil bei dieser Schwungrad-Bauart keine schädlichen magnetischen Streuflüsse auftreten kön- nen. Die zugehörige Ankerplatte dagegen muß an Motorteilen aus unmagnetischem Werkstoff befestigt werden. Wird der gegossene Zündmagnetring in ein Motorschwungrad aus magnetischem Werkstoff (Gußeisen oder dgl.) eingebaut, so müssen, damit schädliche Streuflüsse vermieden werden, der radiale und der axiale Abstand zwischen Magnetring und Schwungrad genügend groß gemacht werden. Bei einem Abstand von 10 mm ist noch mit einer Einbuße an Zündleistung zu rechnen. Deshalb soll der allseitige Abstand 15 mm oder mehr betragen. Als Einlagen zwischen Magnetring und Schwungrad dürfen nur Teile aus unmagnetischem Werkstoff (Aluminium) verwendet werden. Die Befestigungsschrauben müssen ebenfalls aus unmagnetischem Werkstoff (Messing oder nicht magnetischem Stahl) sein. Ist das Motorschwungrad aus unmagnetischem Werkstoff, so darf der Magnetring mit Stahlschrauben unmittelbar am Schwungrad befestigt werden. 24 Bosch Günstiger gestaltet sich der Einbau für einen Magnetring aus gezogenem Stahlblech (Magnetstahlring mit radial angeordneten Dauermagneten). Dieser darf ohne Zwi- schenlagen direkt auf ein Motorschwungrad aus magnetischem Werkstoff aufgesetzt werden. Auch der radiale Abstand des Magnetstahlrings von Abdeckblechen oder Schutzblechen des Motors hat keinen Einfluß auf schädliche magnetische Streuflüsse und ist ausschließlich mechanisch bedingt. Dagegen muß die zugehörige Ankerplatte an Motorteilen aus unmagnetischem Werkstoff befestigt werden. Zur Verhütung von Überschlägen muß zwischen blanken, Hochspannung führenden Teilen und Motormasse ein vorgeschriebener Mindestabstand eingehalten werden; dabei ist auch die Verstellbarkeit der Ankerplatte (siehe Abschnitt „Zündeinstellung“) zu berücksichtigen. Anschließen der Zündleitung Angelötete Zündleitung FETT I ES A ELE Polschuh Zündanker Bild 14 Zündanker mit angelöteter Zündleitung. Der Mindestabstand „d” zwischen Lötstelle und Motormasse muß 11 mm betragen. Die Zündleitung ist bei den meisten Gerätetypen, insbesondere. den kleineren Aus- führungen, am Zündanker angelötet. Der früher gebräuchliche Stechspitzenanschluß wird nicht mehr verwendet. Bei den größeren Gerätetypen wird die Zündleitung an einem Stromabnehmer angeschlossen (Bestellzeichen ZZU 127/13/Z), der durch einen federnden Kontaktbolzen die elektrische Verbindung mit der Kontaktzunge am Zündanker herstellt. Die Zündleitung wird wie folgt am Stromabnehmer be- festigt: Zuerst Leitung auf genügende Länge abschneiden, Leitungslitze 2 mm lang frei- legen und die einzelnen Drähtchen umlegen. Überwurfmutter, Hülse und Gummi- ring des Stromabnehmers über Leitung schieben und diese in den Stromabnehmer einführen; dabei dringt die darin befindliche Stechspitze in die Leitungslitze ein. Dann Leitung mit Überwurfmutter und Gummiring befestigen. Der unter Federdruck ste- hende Bolzen des Stromabnehmers stellt die leitende Verbindung mit der Kontakt- zunge des Zündankers her. 25 Bosch _ Zündleitung __Überwurfmutter Bild 15 Anschluß der Zünd- leitung am Stromabnehmer _- Hülse Gummiring Kante runden Va Stechspitze / Gleichrichter Der Gleichrichter und die Sicherung sind zu einem kleinen Element vereinigt, das meistens im Scheinwerfergehäuse untergebracht ist. Entstörung Auf Wunsch werden alle Typen der BOSCH-Schwunglichtmagnetzünder mit einer teilabgeschirmten Entstörkappe für die Zündkerze geliefert. Durch diese Entstörkappe wird der Motor nach den Richtlinien der Fern-Entstörung (VDE 0879) funkentstört. Bild 16 Entstörkappe EM/WFR 1/1 für Zündkerzen Bestellzeichen der für Zündkerze für Zündleitung Entstörkappen mit Gewinde mit Durchmesser EM/WFR 1/1 14 mm 7 mm y EM/WFR 1/2 18 mm 7 mm EM/WFR 1/3 14 mm 5 mm 26 Bosch Die Zündeinstellung Der Zündfunke muß bei einer bestimmten Stellung des Zylinderkolbens an den Elek- troden der Zündkerze überspringen und das Kraftstoff-Luft-Gemisch entzünden Diese Kolbenstellung wird vom Motorhersteller festgelegt und in mm Kolbenweg oder in Graden der Kurbelwellendrehung vor OT angegeben. Der Schwunglicht- magnetzünder ist so am Motor anzubauen, daß in dem Augenblick, wo die Unter- brecherkontakte durch den Unterbrechernocken geöffnet werden, also im Augenblick der Zündung, der vorgeschriebene Abriß eingehalten wird. Unter Abriß versteht man den Abstand zwischen der ablaufenden Polschuhkante des Schwungrads und der nächstliegenden Polschuhkante des Zündankers im Augenblick der Kontaktöffnung. Es bestehen somit die Forderungen, daß im Augenblick der Kontaktöffnung am Zün- der (Zündzeitpunkt) einerseits der Zylinderkolben in der vorgeschriebenen Stellung vor OT steht und andererseits das Maß für den Abriß eingehalten wird. Man erreicht dies durch folgende zwei Maßnahmen: 1. Für die Befestigung der Ankerplatte am Motorgehäuse ist so viel Spiel vorgesehen (Langlöcher), daß durch Verdrehen der Ankerplatte das Öffnen der Kontakte bei vorgeschriebener Kolbenstellung eingestellt werden kann. 2. Der auf die Nabe des Schwungrads aufgeschliffene Nocken und die Polschuhe des Schwungrads müssen eine vorgeschriebene Lage zueinander haben. Dadurch wird der richtige Abstand zwischen Polschuhkante des Schwungrads und Polschuh- kante des Zündankers im Augenblick der Kontaktöffnung durch den Nockenhöcker, also der richtige Abriß, eingehalten. Die Einbauvorschrift für den Schwunglichtmagnetzünder enthält die Einbaumaße für Schwungrad und Ankerplatte. Diese Maße müssen beim Ersteinbau genauestens eingehalten werden, wenn die einwandfreie Arbeitsweise des Zünders gewährleistet sein soll, Einstellen des Kontaktabstandes Bei Ersteinbau und Wiedereinbau der Ankerplatte prüft man als erstes den Abstand der Unterbrecherkontakte. Der richtige Abstand der Unterbrecherkontakte muß je nach Gerätetyp bei voller Öffnung zwischen 0,4 und 0,5 mm, 0,35 und 0,45 mm oder 0,3 und 0,4 mm betragen. Zum Prüfen verwendet man eine saubere und fettfreie Blechlehre von entsprechender Stärke. Wenn der Abstand nachgestellt werden muß (abgenützte Kontakte), löst man die Befestigungsschraube des Kontaktträgers und verdreht den Einstellbolzen vorsichtig in der erforderlichen Richtung, bis wieder der richtige Kontaktabstand erreicht ist; hernach zieht man die Befestigungsschraube wieder an. Beim Anziehen der Feststellschraube kann sich der Kontaktabstand verändern, wes- halb nach dem Anziehen der Kontaktabstand nochmals geprüft werden muß. 27 Bosch Einstellen des Zündzeitpunktes Der Kolben oder die Motorwelle wird auf die vom Motorbauer vorgeschriebene Stellung vor OT gebracht. Hierauf verdreht man die Ankerplatte nach Lösen der Befestigungsschrauben so lange, bis man die Stellung erreicht, bei der sich die Unterbrecherkontakte eben öffnen. Dieser Augenblick der Kontaktöffnung läßt sich feststelllen, wenn man zwischen die Kontakte einen sauberen und fettfreien Blech- streifen von 0,03 mm Stärke schiebt, der sich im Augenblick der Kontaktöffnung leicht herausziehen läßt. Kein Papier verwenden! Noch genauer kann man den Augenblick der Kontaktöffnung mit dem BOSCH-Elektrotester EFAW 27 A ermitteln. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, eine fremde Spannungsquelle zur Feststellung der Kontaktöffnung zu verwenden; denn man läuft dabei Gefahr, den Zünder zu ent- magnetisieren und dadurch seine Leistung herabzusetzen. Hat man die richtige Stellung der Ankerplatte ermittelt, so zieht man die Befesti- gungsschrauben in den Langlöchern fest an. Abrißmaß 7,5 bis 10 mm Polschuh des Schwungrades \ N Zündanker Polschuh des Zündankers Schwungrad Ladeanker — Bild 17 Messen des Abrisses Nun prüft man den Abriß, d. h. den Abstand der Polschuhkante des Schwungrads von der Polschuhkante des Zündankers: dieser Abstand, der sich nach Drehung des Schwungrads in Drehrichtung im Augenblick der Kontaktöffnung ergibt, muß bei richtig eingestelltem Zündzeitpunkt zwischen 7,5 und 10 mm betragen. Stimmt der Abriß nicht, obwohl der Kontaktabstand richtig eingestellt ist, so ist entweder die Ankerplatte im Einpaß nicht genau zentriert, oder die Kurbelwelle läuft nicht genau zentrisch zum Einpaß; vielleicht schlägt auch die Kurbelwelle. Zu großer Abriß bewirkt zu schwache Zündung beim Start, zu kleiner Abriß verursacht Zündaussetzer bei hohen Drehzahlen, Es sei noch bemerkt, daß der Zündzeitpunkt nie durch Verändern des vorgeschrie- benen Kontaktabstandes richtiggestellt werden darf. Dadurch würde sich der Abriß ändern und die Zündleistung des Zünders sinken. 28 Bosch Wartung Unterbrecher Bei normalen Verhältnissen muß nach jeweils etwa 5000 Fahrkilometern der Kontakt- abstand nachgeprüft werden. Er muß zwischen 0,4 und 0,5 mm betragen, wenn der Unterbrecherhebel auf die höchste Stelle des Nockens aufgelaufen ist. Muß der Kontaktabstand nachgestellt werden, so geht man genau so vor, wie oben (Einstellen des Kontaktabstandes) beschrieben wurde. Nach jeder Neueinstellung des Kontakt- abstandes muß auch die Einstellung des Zündpunktes nachgeprüft und evtl. neu vor- genommen werden. An den Unterbrecherkontakten bilden sich im Laufe des Betriebs Abbrandstellen und kleine Erhöhungen und Vertiefungen (sog. Kontaktwanderung). Diese Erschei- nungen stören den Betrieb in der Regel nicht. Sollten jedoch Zündungsstörungen durch stärker abgebrannte Kontakte auftreten, so muß man diese ausbauen und mit einem Ölstein abziehen (keine Feilen und kein Schmirgelpapier verwenden). Kontakte nach dem Abziehen sorgfältig mit Benzin reinigen, damit keine Fett, und Olreste an ihnen haften bleiben. Aus diesem Grunde dürfen die Kontakte auch nicht mit verschmutzten Fingern berührt werden. Bei zu starker Abnützung und bei der Grundüberholung des Motors sollen die Unterbrecherkontakte bei einem Bosch- Dienst erneuert werden. Hierbei wird dann auch der Fettvorrat für die Unterbrecher- Schmierung ergänzt. Gleitstück Das Gleitstück des Unterbrecherhebels nützt sich unter normalen Betriebsverhältnis- sen nur unmerklich ab.Gelangt jedoch in den Unterbrecherraum Schmutz, Staub oder feiner Sand, so bildet sich zusammen mit dem Fett, das zur Schmierung des Nockens dient, eine Art Schmirgelmasse, die eine frühzeitige Abnützung des Gleitstücks her- vorruft. Es muß daher darauf geachtet werden, daß kein Schmutz auf den Nocken gelangt. Auch durch Abnützung des Gleitstücks ändert sich der Kontaktabstand und muß daher u. U. nachgestellt werden. Schmierung Der Schwunglichtmagnetzünder braucht während des Betriebes nicht geschmiert zu werden. Bei der Grundüberholung des Motors ist die Nachprüfung des Schwunglicht- magnetzünders durch eine Bosch-Werkstatt zu empfehlen, wobei dann gleichzeitig der Fettvorrat ergänzt wird. 29 Bosch Störungssuche Bei auftretenden Störungen der Zündanlage muß man immer zwischen zweierlei Ursachen unterscheiden: 1. Ursachen, die in der Zündanlage selbst liegen; 2. Ursachen, die in unrichtigem Einbau der Zündanlage liegen. Um rasch die Ursache einer Störung festzustellen, geht man nach folgendem Suchplan vor: 1. Zündleitung von Kerze abnehmen bzw. Kerzenstecker von der Zündleitung ab- nehmen. Das freigelegte Ende der Zündleitung in etwa 4 mm Abstand von Motor- masse halten und Motor wie beim Anwerfen durchdrehen. a) Springt Zündfunke von der Zündleitung zur Motormasse über, so ist die Störung an der Kerze zu suchen: Zündkerze reinigen, Elektrodenabstand durch Biegen der Masseelektroden auf 0,5-0,1 mm einstellen (BOSCH-Lehre), evtl. Zündkerze auswechseln. b) Springt kein Zündfunke von der Zündleitung zur Motormasse über oder nur unregelmäßig, so ist Störung an der Leitung zum Zündschalter, am Zünder oder an der Zündleitung zu suchen: Leitung zum Zündschalter und Zündleitung auf Masseschluß untersuchen und wenn nötig erneuern. Unterbrecherkontakte nachsehen, evtl. mit reinem Benzin reinigen. Kontaktabstand und Abriß prüfen c) Ist der Fehler festgestellt und behoben, Zündzeitpunkt einstellen und Motor an lassen. 2. Ist Zündanlage in Ordnung und der Motor springt trotzdem nicht an, Fehler am Motor suchen (Vergaser, Kraftstoffleitung usw.). Sollte es sich als notwendig erweisen, die Zündanlage zur Instandsetzung ausz\ bauen, so muß stets die Ankerplatte und das Schwungrad einer Fachwerkstatt zu Reparatur übergeben werden. Bosch Beispiel einer Mopedanlage Bild 18 Eingebauter Schwunglichtmagnetzünder ELZJ 17 mit Zünd- und Lichtanker (Motorgehäusedeckel abgenommen) Mopedanlage Radlichtscheinwerfer Schlußleuchte Lichtanker — a Zündkerze = Zündanker Unterbrecher Bild 19 Moped-Anlage mit Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LWUPA 1/115/17 Mopedanlage mit Bremsleuchte Abblendschalter B—er |! ——__ Scheinwerfer Hauptlampe E) {7 5 | Seilzug Lichtschalter - — Bremslichtschalte _— Schlußleuchte gelb grün : ; N Nocken und A = Unterbrecher - IN s Zündanker mit Generatorwicklung Lichtanker Bild 20 Moped-Anlage mit Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/URP 1/115/27 und getrennter Zündspule TJ 6/6 Wechselstromanlage Hauptlampe TUR: Hilfslampe D EN R | (X Tat Seilzugabblendschalter — IT} Scheinwerfer \ 2 Of eg / \ | A + Nom Nom 1 Lichtschalter a7 Schlußleuchte Lichtanke EEE > 1 I / / eh / Zündkerzenstecke \ € ==. Ta) 4 (©, J | H 2 = FI 7 \ 1 XK Zündkerze Nocken und / Unterbrecher / _” Lündanker > Bild 21 Motorrad-Anlage. mit Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/UTA 1/144/30 Wechselstromanlage mit Batterieladung Scheinwerfer mit Tachometerbeleuchtungslampe Haupt- und Hilfslampe Abblendschalter mit Horn- druckknopf Zündschalter us I» o __— Lichtschalter E _Sicherung 58 57 Be 51 7 mo x oJ 58 59 Horn ng © Batterie N A Gleichrichter Sf 59 Schluß- > Ladeanke Kennzeichen- —- leuchte => Lichtanker Zündkerze I hh Unterbrecher Zündanker Bild 22 Motorrad-Anlage mit Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LW/UT 1/154 Bosch-Batterie und Bosch-Scheinwerfer LE/MG 130 oder LE/MGT 130 Wechselstrom-Gleichrichter-Anlage Scheinwerfer mit Haupt- und Hilfslampe / \ \ Abblendschalter mit Horndruckknopf — Zündschalter —Lichtschalte } Tachometer- — Sicherung beleuchtungs- lampe Schluß- j kennzeiche leuchte A Drosse Horn — m 51 Sig, E - Batterie Kerzenstecker - Zündkerze - Gleichrichte Lichtwicklunger Unterbrecher Bild 23 Motorrad-Anlage (Wechselstromgleichrichteranlage) mit Bosch-Schwunglichtmagnetzün LM/UTG 1/154 Gleichrichter, Batterie und im Bosch-Scheinwerfer LE/MTA 160 gebauter Drossel. Alle Verbraucher liegen an Batteriesponnung Beispiel zusätzlicher Batterieladung bei Wechselstromanlagen Scheinwerfer mit Haupt- und Hilfslampe Seilzugabblendschalter (mit Horndruckknopf) _ 1 Lichtschalter Schluß-Kennzeichenleuchte --- -- - - - eh A | Lichtanker ee Zusatz- adegerät Zündschalter Fre Unterbrecher - Bild 24 Motorrad-Anlage mit Bosch-Schwunglichtmagnetzünder LM/UR 1/115 ‚ Scheinwerfer LE/M 130 und Zusatzgerät LM/WJ für zusätzliche Batterieladung bei nachträglichem Einbau eines Bosch-Horns Bosch-Sch Einbaubeispiel Stromabnehmer i (3 Schwungrad E Schutzkapse E { sr _ ____ Zündanker mit Kontaktzunge en Kurbelwelle 59 2 Ankerplatte == Motormasse unglichtmagnetzünders Typ LM/UT 1/142/30 mit Stromabnehme Bei Drehung des Schwungrads entstehen periodisch FlußBwechsel im Ankerkern. Jeder FlußBwechsel erzeugt Wechselspannung in der Wicklung. S D Su Zug 7 >55 Beginn der Drehung Erste FluBänderung im Ankerkern induziert Voller Fluß im Ankerkern erste Halbwelle der Wechselspannung. N Zweite FluBänderung im Ankerkern erzeugt zweite Holbwelle der Wechselspannung. Fluß im Ankerkern hot Richtung geändert. Entstehung des Licht-Wechselstroms rad Bosch-Schwunglichtmagnetzünder Zündanker Ladeanker Abblendscholter mit Horndruckknopf Entstehung der Zündspannung = Voller FluB im Zündankerkern Kurz vor Dfinen des Unterbrechers FluB im Zündankerkern verzerrt Kurz nach Offnen des Unterbrechers: Zündfunken. Fluß im Zündankerkern hat Richtung geändert. Zündvorgang beendet Voller Fluß im Zündankerkern Entstehung des Ladestroms Printed in Germany Imprime en Allemagne

Bosch Schwung-Lichtmagnetzünder Informationsschrift 1958


Von
1958
Seiten
41
Art
Anleitung
Land
Deutschland
Marke
Bosch
Quelle
Heinz Fingerhut
Hinzugefügt am
24.01.2020
Schlagworte
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