Lohmann Motoren Gesellschaft Händler-Rundbrief Nr. 4-51 Anschreiben 15. Okt. 1951

Vorschau (635 KiB)

Maße: 295 x 210 mm

OHMANRNMOITOK Wichtig! Bitte lesen und nicht foctwecfen! Händler-Rundbrief nr. 4/51 Technische Mitteilungen . Treibstoffverbrauch. In der letzten Zeit wird von Kunden bisweilen ein relativ hoher Treib- stoffverbrauch beanstandet. Wir möchten Ihnen hierzu im folgenden einige technische Hinweise geben. Bei neuen Motoren ist der erhöhte Treibstoffverbrauch auf die im Werk erfolgte fettere Einstellung des Mischers zurückzuführen. Durch Vor- setzen der Düsennadel um etwa 0,2 mm können Sie nach einer Einfahr- zeit von 500 km wıeder einen normalen Verbrauch erzielen. Bei älteren Motoren kann hoher Treibstoffverbrauh zurückzuführen sein auf: a) falsche Mischereinstellung, b) aufgeriebenen Düsenstock, c) festgebrannte Kolbenringe. Beachten Sie bitte folgende Abhilfen: a) Normalerweise soll die Düsennadel so eingestellt sein, daß sie mit der Stirnflache des Kolbenschiebers abschneidet oder von dieser um höchstens 0,2—0,3 mm zurücksteht. Exaktere Angaben über die Mischereinstellung können wegen der bei Zweitaktern unvermeid- baren unterschiedlichen Spülungsverhältnisse und der Toleranz zwischen Düsenstock und Düsennadel nicht gegeben werden. Die genaue Düsennadeleinstellung ist daher mehr oder weniger Er- fahrungssache. Qualmt der Motor stark im Normalgasbereich bei richtiger Betriebstemperatur, so ist die Mischereinstellung zu fett und die Düsennadel muß vorgesetzt werden (nur um Brachteile von Millimetern!). Erreicht der betriebswarme Motor bei qualmlosem Lauf selbst in der Vollgasstellung nicht die volle Leistung, so ist die Einstellung zu mager und die Düsennadel muß zurückversetzt werden. b) Aufreiben des Düsenstockes entsteht durch nicht zentrischen Sitz der Diisennadely Bitte” beachten Sie daher bei Veränderung der Düsen- nadeleinstellung, daß die Düsennadel nach dem Anziehen der Maden- Schraube im Kolbenschieber immer genau zentrisch sitzt. Ein auf- geriebener Düsenstock verursacht naturgemäß einen erhöhten Treib- stoffverbrauch. Zur Überprüfung kann das Innenmaß des Diisenstockes, das 1,5 mm © betragen soll, mit einer Düsenlehre oder einem Kaliberdorn nachgemessen werden. Wird ein Ubermaß festgestellt, so muß der Düsensto&k erneuert werden (beschädigte Düsennadeln ebenfalls auswechseln!). c) Das Festbrennen der Kolbenringe wird entweder durch Verwendung von ungeeigneten Beimischungsölen oder durch Überlasten und Über- touren des Motors hervorgerufen. Empfehlen Sie daher Ihren Kunden, immer nur den von uns empfohlenen Treibstoff (reines Leuchtpetroleum gemischt mit Mobilöl BB aus der Original-Zwei- takterdose) zu verwenden und die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h zu beachten. Es liegt auf der Hand, daß bei festsitzenden Kolbenringen Kom- pressionsverlust auftritt, was sich auch spürbar auf den Treibstoff- verbrauch auswirkt. Abhilfe kann hier in den meisten Fällen nur durch Erneuerung der Kolbenringe geschaffen werden. Von beson- derer Wichtigkeit ist, daß vor der Montage der neuen Kolbenringe die Nuten im Kolben von allen Olkohleresten gesäubert werden. Dabei dürfen der Kolben und die Kolbenlauffläche nicht beschädigt werden. Sollen bei eingefahrenen Motoren die Kolbenringe erneuert werden, so empfiehlt es sih, nur unverchromte Ringe zu ver- wenden. Verchromte Kolbenringe passen sich der ausgearbeiteten Lauffläche in der Zylinderlaufbuchse nur schwer an und können evtl. bis zum Ende einer verhältnismäßig langen Laufzeit Kompressions- verlust und Leistungsabfall hervorrufen. 2. Änderung der Treibrollenbeiestigung. In der Treibrollenbuchse (500—511) wurden zwei Stege von je 3mm Stärke mit eingegossen. Hierdurch entsteht ein Vierkantloch (5,5 mm breit), in das die Nase einer neuen Treibrollenscheibe (501—513) ein- greift. Dadurch erhält die Treibrollenscheibe eine Verdrehsicherung gegenüber der Treibrolle in der Treibrollenbuchse, so daß sich die Treibrolle nicht von selbst lösen kann. Diese Änderung wird ab sofort durchgeführt. Bei Beschädigungen von Treibrollenbuchsen an älteren Motoren bitten wir, neue Treibrollen- buchsen mit Verdrehsicherung einzubauen. . Kompressionsgrifigehäuse. Seit einiger Zeit liefert jetzt die Firma Magura erheblich verstärkte Kompressionsgriffgehäuse, bei denen einmal der Außendurchmesser, dann die Breite verstärkt wurden, und schließlich die Bohrungen für die Madenschrauben so verlegt wurden, daß sie zu Störungen keinen Anlaß mehr geben können. . Änderung der Kompressionsverstellvorrichtung. Gewindebolzen (501—122). Das Trapezgewinde Tr 24X7 wurde vom Maß 25 auf 17mm verkürzt. Durch diese Maßnahme wurde erreicht, daß die Nute zur Aufnahme der Führungsschraube im Verstellbereich der Laufbuchse eine stärkere Wandung erhält. Ein Ausschlagen der Nute, welches vereinzelt schon a G@ESELASCHAGT 15. Oktober 1951 zum Klemmen der Verstellvorrichtung führte, wird hierdurch vermieden. Gewindering (501—131). Die Lange des Gewinderinges wurde entsprechend der Anderung am Gewindebolzen von 22,5 auf 21 mm verkiirzt. Einbau eines Dampfungsfedersystems. Durch den Einbau von zwei Druckfedern (502—127) am Fuß der Zylinder- laufbuchse konnten Schwingungserscheinungen, die an diesem Aggregat auftraten, vermieden werden. Die bisher durch diese Schwingungen ver- ursachten mechanischen Geräusche sind durch das Dämpfungsfedersystem auf ein Minimum reduziert worden. Die beiden Druckfedern ruhen in Bohrungen, die durch halbkreisförmige Ausfräsungen in der Zylinder- laufbuchse und im Zylindergehäuse entstehen und übernehmen außer der Schwingungsdämpfung gleichzeitig wirkungsvoll die Führung der Laufbuchse in axialer Richtung. Die Wirkungsweise des Dämpfungs- federsystems sowie die Federanordnung gehen aus der untenstehenden Systemskizze hervor. ENID 2 Zylinderlaufbuchse 502-120 Kolbenbolzen 500-233 | 7; =e Runddrahtsicherung 500-236 UDO Plevelstange 500-221 CLALLN EA (LMM MA IMME OLED Ben: = SES Sk I Druckfeder 502-126 od. 502-127 ZEN T_T "E B ZylinderfuBdichtung Kurbelgehäuse 502-311 EI 4 N Getriebegehäuse 502-411 ST N | NN Bei Motoren, die mit dem Dämpfungsfedersystem ausgerüstet sind, ändern sich die Teilnummern der einzelnen Bauteile wie folgt: 502—120 Zylinderlaufbuchse, 502—401 Kurbel- und Getriebegehäuse, 502—411 Getriebegehäuse, 502—311 Kurbelgehäuse, 502—404 ZylinderfuBdichtung, 502—127 Druckfeder, 502—110 Zylinder. Zur Umstellung auf das Modell 51 an unser Werk in Bielefeld ein- geschickte Motore des alten Typs werden zu einem Aufpreis von 2,50 DM mit dem Dämpfungsfedersystem ausgerüstet. Die unter Nr. 4 aufgeführte Änderung der Kompressionsverstellvorrichtung hat bei neuen mit dem Dämpfungssystem ausgerüsteten Motoren keine Be- deutung mehr, da die Führung der Laufbuchse jetzt durch die beiden Druckfedern gewährleistet ist. Da der Einbau der Druckfedern vor- läufig nur in unserem Werk vorgenommen werden kann, empfehlen wir Ihnen, bei Erneuerung von Laufbuchsen an Motoren, die noch nicht mit dem Dämpfungsfedersystem ausgestattet sind, nur solche Lauf- buchsen zu verwenden, die gemäß Änderung unter Nr. 4 eine verstärkte Auflagefläche in der Nute zur Aufnahme der Führungsschraube haben. Ventilführung. Um einen einwandfreien Sitz des Dekompressionsventils zu gewähr- leisten, wurde ein neues Element — die Ventilführung (501—129) — eingeführt. Diese Ventilführung wird auf den Grund der Innenbohrung des Gewindebolzens eingesetzt und von der Ventilfeder (501—124) ge- halten. Alle Motore des Modells 51 können nachträglich mit der Ventil- führung (501—129) ausgerüstet werden. Wir bitten Sie jedoch zur Kenntnis zu nehmen, daß das Ventil nach Einbau der Führung neu ein- geschliffen werden muß, da der Ventilsitz gegenüber dem früheren Einschleifen ohne Führung eine andere Lage erhalten hat. 19 Kolben 500-231 7 aal ZA Kolbenbolzenbuchse 500-222 i 7. MeBbecher am TankverschluB (500—613). Seit einiger Zeit werden unsere Motoren nur mit Tankverschliissen ohne Meßbecher geliefert. Wir hatten uns zu dieser Maßnahme entschlossen, da wir leider die Erfahrung machen mußten, daß der Meßbecher einen großen Teil unserer Kunden dazu verleitete, das Ol ungemischt in den Tank zu füllen. Die hierdurch verursachten Störungen dürften Ihnen bekannt sein. Weiter wurde festgestellt, daß infolge der Viskosität des Ols immer Reste im Meßbecer zurücblieben und so das Mischungs- verhältnis Ol—Treibstoff, das besonders bei unserem Motor genau ein- gehalten werden muß, verfälscht wurde. Auf Grund zahlreicher Zuschriften aus Kunden- und Händlerkreisen haben wir uns jedoch entschlossen, den MeBbecher trotz der oben- erwahnten Nachteile wieder einzuführen. Wir möchten Sie bitten, Ihre Kunden in diesem Sinne zu informieren und sie besonders eindringlich auf die Wichtigkeit einer richtigen Durchmischung von Ol und Treib- stoff hinzuweisen. 8, Hinweis zur Demontage von Zylinderlaufbuchsen. Durch die Verwendung von ungeeigneten Olen können in verstärktem Umfang Dlkohleablagerungen am Außendurchmesser der Zylinderlauf- buchse auftreten, die schließlich zum völligen Festsetzen der Zylinder- laufbuchse im Zylindergehäuse führen. Wird in diesen Fällen die Zylinderlaufbuhse mit Gewalt aus dem Zylindergehäuse heraus- geschlagen, so kann ein erheblicher Schaden verursacht werden. Wir empfehlen Ihnen daher, das Zylindergehäuse vor der Demontage der Laufbuchse anzuwärmen und die Laufbuchse vorsichtig herauszudrücken. Allgemeines Reparatur- und Umstellungsmotoren. 1. Die Lohmann-Werke A. G. legt jedem an Sie zurückgehenden Motor eine Reparatur-Rechnung (Formular 1b) bei. Aus diesem Rechnungs- formular können Sie ersehen, welche einzelnen Bauteile neu eingebaut worden sind, wie hoch der Preis dieser Einbauteile ist’ und welcher Anteil davon von uns als Garantie nicht berechnet wurde. Ebenso wird auch der aufgewendete Arbeitslohn nach Garantieleistungen und zu zahlenden Leistungen getrennt aufgeführt, sodaß Sie und auc Ihr Kunde ein übersictliches Bild von den gesamten Aufwendungen und den Aufwendungen, die wir kostenlos als Garantie geleistet haben bekommen. Außerdem enthält das Rechnungsformular eine Übersicht über die Ihnen auf die verwendeten Ersatzteile eingeräumten Rabatte. Wir möchten Sie noch besonders darauf hinweisen, daß bei zur Um- stellung auf das Modell 51 eingeschickten Motoren alle Reparaturen, die nicht mit dem Einbau der neuen Verstelleinrichtung in Zusammen- hang stehen, besonders berechnet werden müssen. 2. Im Interesse Ihrer Kunden möchten wir Sie bitten, Motoren, die wegen schwerwiegender Fehler von Ihnen selbst nicht repariert werden können, nicht lange zu lagern, sondern diese möglichst umgehend an die Werkstätte Ihres Verkaufsbüros oder an die Lohmann-Werke A. G., Bielefeld, weiterzuleiten. Es wurde in Fällen, in denen Kunden eine lange Reparaturzeit beanstandeten, wiederholt festgestellt, daß die Ab- sendung des Motors von dem betreffenden Händler oft um 8 bis 14 Tage verzögert wurde. Weiter bitten wir Sie darauf zu achten, daß den eingesandten Motoren stets ein kurzer Bericht über die Art der be- anstandeten Mängel beiliegt. Hierdurch wird die Reparaturzeit wesent- lich verkürzt, da der Motor dann gleich an die zuständige Stelle in der Reparaturabteilung weitergeleitet werden kann. Zur Entlastung unserer Werkstätten möchten wir Sie ferner dringend bitten, alle Reparaturen, deren Ausführung im Rahmen Ihrer Möglichkeiten liegt, selbst durch- zuführen. Hierunter dürften alle Reparaturen bis einscließlih der Kolbenmontage fallen. Wir sahen uns leider gezwungen, Sie hierauf aufmerksam zu machen, da immer wieder Motoren mit nur gering- fügigen Fehlern eingeschickt werden. 3. Die von uns zu Beginn dieses Jahres gestartete Umbauaktion, bei der Motoren des alten Typs zu einem Vorzugspreis in den Lohmann-Werken in Bielefeld auf das Modell 51 umgestellt wurden, läuft mit Ende des Jahres (31. 12. 1951) ab. Später eintreffende Motoren müssen normal nach Listenpreis berechnet werden. Sie wollen bitte Ihre Kunden ent- sprechend informieren. Kolbenmontage-Vorrichtung. Die Kolbenmontage-Vorrichtung wurde verbessert, um sie auch zum Aus- drücken der Kolbenbolzen verwendbar zu machen. Diese Verbesserung besteht aus einer Gewindebuchse mit Druckschraube und Knebel. Züm Ausdrücken von Kolbenbolzen wird die Gewindebucdse, in deren Innen- gewinde die Druckschraube eingesetzt wird, mit dem Außengewinde in ein Gewinde M 30 X 1,5 im seitlichen Schauloch des Montageklotzes ein- geschraubt. Der Preis der Kolbenmontage-Vorrichtung erhöht sich durch diesen Zusatz um 2,— DM auf 22,— DM. Bestellungen sind an die Verkaufsbüros zu richten. Neue Ersatzteilpreise. Anliegend erhalten Sie zwei Exemplare einer kombinierten Ersatzteilpreis- liste, Ausgabe Oktober 1951. Die neuen Preise treten ab 15. 10. 1951 in Kraft. Betriebserlaubnisscheine — Betriebsanleitungen. Zweitschriften von Betriebserlaubnisscheinen werden von unseren Verkaufs- büros und der Lohmann-Motoren-Ges., Hamburg 1, gegen Berechnung von 0,50 DM ausgestellt. Betriebsanleitungen können ebenfalls bei den Verkaufsbüros zum Preise von 0,30 DM bestellt werden. Gestohlene Motoren Nachstehend aufgeführte Motoren sind ihren Besitzern gestohlen worden. Wir möchten Sie bitten, der nächsten Polizeidienststelle sowie der Lohmann- Motoren-Ges., Hamburg 1, sofort Mitteilung zu machen, wenn einer dieser Motoren in Ihrer Werkstätte auftauchen sollte. Motor-Nr.: 22 932 Achtung I 24 088 2 24 393 Diese Motoren 122022 wurden 5 124 E 13 601 gestohlen! Betr. Buchhaltung 1. Bei Uberweisungen niemals die Motorennummer anführen, sondern genau angeben, ob sich der Betrag auf eine Rechnung (Nummer der betr. Rechnung angeben!) oder einen Kaufvertrag (Nummer angeben!) bezieht. 2. Auf die drei Zahlkarten, die dem Käufer des Motors zur Überweisung der Raten übergeben werden, die Nummer des betr. Kaufvertrages schreiben. 3. Kaufverträge sofort nach Abschluß des Kaufes an das zuständige Verkaufsbüro senden und die Anzahlung unter Angabe der Vertrags- nummer umgehend auf das Postscheckkonto Hamburg 806 77 einzahlen. 4. Bei Barverträgen den vollen Betrag in Höhe von 129,— DM, unter An- gabe der Vertragsnummer, auf Postscheckkonto 806 77 einzahlen. Keiner- lei Abzüge machen! Kundendienst. Ein guter Kundendienst ist die beste Empfehlung und billigste Werbung für jeden Händler. Wir möchten annehmen, daß Sie sich im Interesse Ihres Geschäftes diesen Grundsatz zu eigen gemacht haben und ihn als von uns autorisierter Händler auch im Rahmen des Lohmann-Kundendienstes vertreten. Die Aufgabe der Einführung eines Motors mit einem völlig neuartigen Motorenprinzip, die Sie mit unserer Vertretung übernommen haben, ist nicht immer leicht und setzt sehr viel Bereitschaft und vor allem großes technisches Verständnis’ voraus. Die unvermeidlichen Schwierigkeiten sind uns bekannt, und Sie wollen bitte die Zusicherung zur Kenntnis nehmen, daß wir alles tun werden, um Sie in Ihrer Arbeit nach Kräften zu unter- stützen, Wesentliche Voraussetzungen hierfür sind einmal schon durch unsere gut eingespielte Verkaufsorganisation und zum anderen durch die in unserem Werk bzw. in den Lehrwerkstätten unserer Verkaufsbüros durchgeführten Schulungslehrgänge gegeben. Darüber hinaus wollen wir aber nicht ver- säumen, Ihnen auch an dieser Stelle einige interessante Hinweise zu geben, die wir auf Grund einer in unserem Kundenkreis angestellten Umfrage zu- sammenstellen konnten. Was erwartet der Lohmann-Fahrer vom Lohmann-Kundendienst? Eine gewissenhafte und gründliche Einweisung in die Bedienung und Fahr- technik des Motors ist wichtigste Voraussetzung dafür, daß der Kunde Freude an seinem Motor hat und die unbedingt notwendige Fahrsicherheit erhält. Denken Sie stets daran, daß der Zeitaufwand für eine ausführliche Einweisung sich zehnfach bezahlt macht. Besonderen Wert müssen Sie auf das Starten des Motors legen. Lassen Sie daher nach vorheriger Erklärung den Motor vom Kunden selbst aus dem kalten Zustand starten. Erst wenn der Kunde hierzu in der Lage ist, hat er Ihre Einweisung richtig verstanden und wird nicht am nächsten Morgen wieder in Ihrer Werkstatt stehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Einstellen des richtigen Kompressionsver- hältnisses bei betriebswarmem Motor. Weisen Sie bitte immer wieder dar- auf hin, nur mit so wenig wie möglich Kompression zu fahren. Wird dieser Hinweis nicht beachtet, so tritt durch die verstärkten Drücke eine Uber- lastung des Motors und ein vorzeitiger Verschleiß in der Lagerung der Triebwerkteile ein. Die richtige Kompressionseinstellung kann leicht ge- funden werden, wenn der Hinweis beachtet wird, daß der Motor nur bei optimal günstigster Kompressionseinstellung ruhigen Lauf und höchste Leistung zeigt. Weiter erwartet Ihr Kunde, daß Sie ihm eine Treibstoffempfehlung geben und selbst das empfohlene Gemisch in ausreichender Menge zur Verfügung halten, so daß er auch später immer bei Ihnen tanken kann. Wie wesent- lich die Verwendung des richtigen Treibstoffes gerade für unseren Motor ist, brauchen wir hier nicht näher zu erläutern. Wir möchten Sie jedoch nochmals darauf hinweisen, daß mit reinem Leuchtpetroleum gemischt im Verhältnis 1:25 (während der Einfahrzeit 1 : 20) mit Mobilöl BB aus der Original Zweitakterdose die besten Erfahrungen gemacht werden konnten. Das handelsibliche ,Esso“-Petroleum, das Sie von jeder Esso-Niederlage beziehen können, hat sich gut bewährt. Bei anfallenden Störungen will der Kunde prompt bedient sein und er- wartet, daß Sie die erforderliche Reparatur mit größter Gewissenhaftigkeit durchführen. Wenn Sie Ihren durch uns geschulten Monteur mit diesen Arbeiten betrauen, so besteht die beste Gewähr dafür, daß der Kunde zu- friedenstellend bedient wird. Fällt ein auf den Lohmann-Motor speziali- sierter Monteur bei Ihnen aus, so raten wir Ihnen dringend, einen anderen geeigneten Monteur in den ständig stattfindenden Schulungslehrgängen nachschulen zu lassen. Sie wollen sich in solchen Fällen bitte mit Ihrem Verkaufbüro in Verbindung setzen, das Ihnen den Termin für einen Lehr- gang bekanntgeben wird. Wir sind darauf vorbereitet, in den Winter- monaten eine umfangreiche Nachschulung vorzunehmen, da erfahrungs- gemäß in diesen Monaten wegen des geringeren Arbeitsanfalles eine Arbeitskraft leichter entbehrt werden kann. Um eine schnelle Durchführung von Reparaturen zu gewährleisten, ist es selbstverständlich erforderlich, daß Sie die notwendigen Ersatzteile stets auf Lager haben. Eine ausreichende Ersatzteilhaltung wird sich wegen der Zeitersparnis immer bezahlt machen, da durch eine prompte Bedienung der Kreis Ihrer zufriedenen Kunden ständig erweitert wird. Ist die Durchführung einer Reparatur in Ihrer Werkstatt nicht möglich, so schicken Sie den betreffenden Motor mit einem kurzen Anschreiben an die Werkstätte Ihres Verkaufsbüros ein. Wichtig ist, daß Sie im Interesse Ihrer Kunden diese Motoren nach vorheriger Überprüfung sofort weiterleiten und zur Arbeitserleichterung unserer Werkstätten stets einen genauen Befund beifügen. Dieser Befund soll einmal das Ergebnis Ihrer Überprüfung und zum anderen alle Angaben enthalten, die über die Entstehung des Fehlers Aufschluß geben können (gefahrene Kilometer, verwendeter Treibstoff, auf- getretene Nebenstörungen usw.). Wir dürfen Sie jedoch bitten, nur solche Motoren einzuschicken, deren Instandsetzung mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich ist. Liegen nach Ihrer Ansicht Garantiefälle vor, so reichen Sie bitte das für diesen Zweck vorgesehene Formular zusammen mit den beschädigten Teilen zur Überprüfung an Ihr Verkaufbüro ein. Eine Frage kaufmännischer Erwägungen ist die Berechnung von Repara turen. Zu diesem Punkt hat eine recht beträchtliche Zahl unserer Kunden Stellung genommen und zum Teil ihr Mißfallen über die ihnen in Rechnung gestellten hohen Repardturkosten zum Ausdruck gebracht. Wie weit diese Beanstandungen berechtigt sind, läßt sich nur nach genauer Überprüfung der einzelnen Fälle feststellen. Unsere Ansicht hierzu ist, daß Reparatur- kosten immer in einem tragbaren Verhältnis zum Objekt stehen sollten. Da der Lohmann-Motor gegenüber anderen Motoren verhältnismäßig einfach und unkompliziert gehalten ist, ist der Aufwand für Instandsetzungen dem- entsprechend geringer, und Sie dürften in der Lage sein, bei der Reparatur- kostenberechnung die Wirtschaftlichkeit unseres Motors auc in dieser Hin- sicht für Ihr Geschäft und die Werbung weiterer Kunden auszuwerten, Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie in Zukunft diesem letzten Punkt Ihre besondere Aufmerksamkeit schenken würden.

Lohmann Motoren Gesellschaft Händler-Rundbrief Nr. 4-51 Anschreiben 15. Okt. 1951


Von
1951
Seiten
2
Art
Händleranschreiben
Land
Deutschland
Marke
Lohmann
Quelle
Heinz Fingerhut
Hinzugefügt am
07.01.2022
Schlagworte
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